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Die Firma Autoloewen ist Fortsetzer der Danziger Polsterkunst, mit der Jakub Loewen, der erste Desinger der Autoinnenausstattung, begonnen hat. Seine Kunst wurde im Jahre 1911 vom ehemaligen Verwalter der Danzinger Provinz wahrgenommen, der die Ausführung der Innenausstattung seines Autos beauftragt hat. Am Anfang 1914 begab sich J.Loewen nach £ód¼, wo er einmalige "goldene" Autopolsterungen für die ehemaligen reichsten Fabrikanten Kohn und Poznañski ausführte.

Jakub Loewen - Geschichte

Hinter seiner Geschichte steckt ein Geheimnis. Sie ist jedoch ähnlich den Geschichten vieler Künstler, die mit Danzig eng verbunden sind, oder die vor der schweren Wahl gestellt bereit waren, der Ehrensache ihr ganzes Vermögen zu widmen. Dank dieser Prinzipien und der Unbeugsamkeit standen sie wieder auf und erreichten immer mehr.

Seine polnischen Vorfahren wirkten in Danzig bereits vor den Teilungen Polens und beschäftigten sich mit dem Sattelhandwerk. Mit der Enwicklung der Technik tauschte J.Loewen die Sättel gegen die Automobilsitze aus. Seine Kunst wurde im Jahre 1911 vom ehemaligen Verwalter der Danzinger Provinz wahrgenommen, der die Ausführung der Innenausstattung seines Autos beauftragt hat. Am Anfang 1914 begab sich J.Loewen nach £ód¼, wo er einmalige "goldene" Autopolsterungen für die ehemaligen reichsten Fabrikanten Kohn und Poznañski ausführte. Mit der Vorliebe der reichsten Fabrikanten für Gold und Pracht ist eine Anegdote verbunden. Einmal schlug Loewen im Gespräch mit dem Fabrikanten Kohn halb im Scherz vor, den Boden seines Autos mit den goldenen Rubeln auzukleiden, was Kohn's lebhaftes Interesse weckte. Er stellte sich vor, dass der Bodenteppich aus glänzenden Münzen nicht schlecht aussehen könnte. Problematisch war es jedoch, welche Seite der Müntze nach oben gerichtet werden sollte, d.h. die Seite mit dem zweiköpfigen Adler, oder auch die mit dem Angesicht des Imperators. Der hochmütige Kohn beschloss, den Zaren danach zu fragen, Nach einer Zeit erhielt er den Bescheid aus der Kanzlei des Zaren Nikolai II. "Wir, Zar des Gemeinrussland, stellen fest, dass die Lage des Adlers nach unten für die Majestät des Kaisertums beleidigt wäre. Die Lage des kaiserlichen Angesichts nach unten würde den Mangel an der Hochachtung gegenüber dem Zar und der ganzen Romanow-Dynastie beweisen. Wir sehen dagegen keine Hindernisse, wenn die Rubel hochkant gestellt werden." Dies konnte jedoch sogar der reichste Fabrikant in £ód¼ nicht leisten.

1920 kehrte Loewen mit der Armee des Generals Haller vom Krieg zurück. In der Freistadt Danzig gründete er die Werkstatt. Bis 1938 führte er Polsterungen für die einflußreichsten polnischen und deutschen Persönlichkeiten aus. Ein besonderes Gefallen für seine Kunst zeigten die Gutsbesitzer in Ostpolen, für die er seine besondere Innenausstattungsart mit den Kavalleriemotiven schuf. Mit den Automobilliebhabern, Adligen und Unternehmern reiste er oft nach Monte Carlo, wo einzigartige Sportmodelle für die Autos, die am Automobilrennen teilnahmen, entstanden.

1938 kam es zu einem Ereignis, das die Wende im Loewens Lebens sein sollte. Seine Werkstatt besuchte nämlich Foerster, Kommandant der Danziger Nazisten, in Begleitung der Wächter, und erteilte dem Meister einen Auftrag. Der Auftrag war sehr kompliziert un in persönlicher Hinsicht sehr kostenspielig. Foerster lieferte die vordere Sitzbank seines Autos, goldene Fäden und ein Sack mit dem seltensten und deswegen auch wertvollsten weißen Bernstein. Überdies leistete er einen hohen Vorschuss. Er verpflichtete Loewen, den Entwurf der Polsterung am nächsten Tag vorzulegen, die die Quintessenz der Danziger Solidität, ausgesuchten Kunst und des Schwungs beweisen sollte. Nach einigen durch Foerster eingeführten Änderungen umfasste der Entwurf zwei liegende Löwen, zwischen denen sich ein Schiff befand und auf deren Segeln die Danziger Kreuze zu sehen waren. Die Arbeit sollte innerhalb von 4 Wochen ausgeführt werden. Loewen und seine Gehilfen waren inzwischen ständig überwacht und durften nur entweder nach Hause oder in die Werkstatt gehen. Der Meister stellte sich entgegen, die Arbeit vor ihrer Beendigung vorzuzeigen. Der Auftraggeber wollte aber nicht länger warten und nach 2 Wochen drangt er mit seinen Wächtern in die Werkstatt ein. Seinen Augen erschien eine den Atem stockende Aussicht. Auf den dunkelblauen Wellen befand sich der Kopf des Lowen. Seine Mähe bestand aus halbrunden braunen und hellbraunen konvexen Riemen, die mit goldenen Fäden angenäht wurden; die Augen wurden aus weinrotem und die Eckzähne aus weißem Bernstein ausgeführt. Dank der Anwendung verschiedener Lederarten war der Löwe ... dreidimensional! Das Schiff war auch fast fertig. Die Bordwänden mit abgestuften Bernsteinfarben glänzten im Licht. Foerster war begeistert und verriet dem Meister, dass dieses Werk ein Geschenk für ... Adolf Hitler sein soll! Im Erregungszustand änderte er den Entwurf und befahl, die auf den Segeln befindlichen Danziger Kreuze durch das Hackenkreuz zu ersetzen. "Man muß den Bund zwischen Danzig und dem III.Reich herauszuheben" - sagte er, "Die Danziger Löwen harren am Schiff des Reiches aus." Der Künstler hat verstanden, dass die endültige Zeit für seine Entscheidung kam. Foerster gab ihm noch 7 Tage für die Beendigung der Arbeit. Überdies verpflichtete er Loewen, ihn jeden Abend über die Forschritte der Arbeit zu benachrichtigen. Zwei Tage vor dem vereinbarten Termin bekam Loewen einen Brief von der Familie aus Gdynia mit dem Nachricht über den Tod und die Bestattung seiner Tante. Er bat Foerster um die Genehmigung für die Teilnahme an der Bestattung. Er gab hizu, das die Arbeit fast beendet ist und sie unter dem Schutz der NSDAP-Leute bis zu seiner Rückkehr blieb. Foerster gab sein Einverständnis. Nach einigen Stunden meldete der den Meister verfolgte Spitzel dem Gauleiter, dass der Invigilierte geflogen ist und die Bestattung nur die Irreführung war. Die Nazis sprangen die Tür der Werkstatt, entfernten das Leinen und gerieten in Angst. Das Geschenk für den Führer sollte die Sitzbank mit zwei Löwen sein, die auf den Pranken stehen und das Schiff mit den Hackenkreuzen zum Sinken bringen. Die sofort unternommene Suche war jedoch erfolglos. Loewen nahm nur seine Entwürfe mit und entfloh. Er kehrte nach Danzig nie zurück. Zwei Wochen später wurde dem Führer des III.Reiches das Diplom des Ehrenbürgers der Stadt Danzig von Foerster überreicht.

Was ist mit der Sitzbank passiert? Nach einer Version sollte Foerster sie und die ganze Werkstatt zerstören; nach einer anderen wurde die teilweise zerstörte Sitzbank noch vor der Zerstörung der Werkstatt vom Gehelfen fortgetragen.

Loewen floh nach Lwow, wo er auf dem Hof eines bekannten Gutsbesitzers unter dem geänderten Namen weiter arbeitete. Während des 2.Weltkriegs kämpfte er im II.Korps des Generals Anders. In dieser Zeit verlieren das Leben seine Angehörigen und er konnte nicht heimkehren. Er war auch dessen bewusst, dass er nicht so viele Kunden im kommunistischen Polen haben wird. 1947 reiste er von London nach Argentinen aus. In dieser Zeit war dieses Land als eine große Chance für viele Menschen wahrgenommen, als ein Land mit der gut entwickelten Landwirtschaft und durch den Krieg unzerstörten Wirtschaft. Nach einem Jahr bekam er einige Aufträge von Viehzüchtern auf die Ausführung der Verkleidungen für transkontinentale LKWs. Von vielen Kunden, die die Solidität und Kunst des Danziger Künstlers bemerkt haben, wurden ihm ihre Cadillac zur individuellen Innenausstattung anvertraut. Es schien also notwendig, eine neue Werkstatt zu gründen. Dies war auch ein Beweis dafür, dass die wahre Kunst immer höher als die Mittelmäßigkeit geschätzt wird

Loewen war im Unternehmerskreis sehr gern gesehen. 1950 wurde er Evita Peron vorgestellt. Ihre Einstellung und vor allem ihre Persönlichkeit übten einen großen Einfluß auf Jakub Loewen aus und er bot an, ein seine Tätigkeit kronendes Werk auszuführen. Dieses Werk wurde aber nie ins Licht gebracht. Am 5.Juni 1950 fuhr Loewen nach Buenos Aires. Auf diesem Weg wurde sein Auto völlig gebrannt und das Leib dieses hervorragenden Desingers nie gefunden.


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